Silvia Sáenz Caballé

Interview

Silvia Sáenz Caballé

“Ich bin Spanierin und Katalanin, weil ich in Spanien geboren wurde und in der Region Katalonien aufgewachsen bin, und ich bin Europäerin, weil ich einen wichtigen Teil meines Lebens in Mitteleuropa verbracht habe, meine Kinder in Deutschland geboren wurden und wir hier leben. Ich kann mir nicht vorstellen, nicht Teil von Spanien oder Europa zu sein, weil ich glaube, dass ich Teil dieses Projekts bin.“ Hier findet Ihr ihre Übersetzungs-Webseite

Silvia, was ist Europa für Dich?

Ich denke, dass die Europäische Union alles andere als perfekt ist und viel Raum für Verbesserungen hat. Für mich bedeutet die europäische Idee Freiheit und Offenheit.
Für mich bedeutet Europa einen Ort ohne Grenzen, der offen ist für die Aufnahme und Hilfe für andere Menschen, so wie die Spanier in den letzten Jahrzehnten in Europa empfangen wurden.
Ich verstehe nicht, dass sich einige Länder oder Regionen Europas von der EU lösen wollen, denn das bedeutet sowohl eine soziale als auch eine wirtschaftliche Einschränkung. Ich fühle mich spanisch und gleichzeitig europäisch und glaube, dass die soziale, sprachliche und kulturelle Bereicherung, die wir dadurch erfahren, sehr groß ist.

Was bedeutet Deiner Meinung nach Europa für Dein Heimatland Spanien?

Die EU hat einen modernisierenden Einfluss auf unser Land, Spanien, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor ausgeübt, aber seit der Krise haben die Spanier einen Aufschwung der europäischen Sozialagenda verpasst, der durch Maßnahmen zurückgegangen ist – Sparmaßnahmen, die zu einer Zunahme der Ungleichheit innerhalb und zwischen den Ländern geführt haben und das Fehlen sozialer und wirtschaftlicher Konvergenzmechanismen zwischen Nord- und Südeuropa. Ohne ihre europäische Berufung zu verlieren, sind die Spanier eurokritischer geworden.

Gibt es sonst noch etwas, was Du über Europa sagen möchtest?

Europa ist eine Aufgabe, die vielen Generationen von Spaniern und anderen EU-Bürgern offen steht und die uns immer homogener und vielfältiger macht.
Ich glaube, dass die europäische Politik weiterhin die politischen Ziele der Länder als Horizont fördern und die Solidarität als Handlungsprinzip verteidigen sollte.
Die Jahre sind vergangen, und ich glaube, dass das Einwanderungsgesetz von 1999 inzwischen veraltet ist und aktualisiert werden muss. Das große Problem in Europa ist jedoch heute, wie wir unsere Verpflichtungen gegenüber anderen erfüllen können.

Ich verstehe nicht, dass sich einige Länder oder Regionen Europas von der EU lösen wollen, denn das bedeutet sowohl eine soziale als auch eine wirtschaftliche Einschränkung.

Silvia